Farbtiefe-Fingerprinting: screen.colorDepth als Tracking-Signal
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Farbtiefe-Fingerprinting: screen.colorDepth als Tracking-Signal

screen.colorDepth und screen.pixelDepth verraten, wie viele Bits pro Pixel Ihr Display verwendet — ein stilles, persistentes Element Ihres Browser-Fingerabdrucks. Firefox schützt Sie besser.

7 Min. Lesezeit·

screen.colorDepth und screen.pixelDepth verraten, wie viele Bits pro Pixel Ihr Display für Farbinformation verwendet. Dieses stille, persistente Signal ist Teil Ihres Browser-Fingerabdrucks — auch wenn es mit nur ~0,87 Bit Entropie zu den schwächeren Signalen gehört. Besonders interessant: Firefox und Safari melden grundsätzlich 24 Bit, unabhängig von der tatsächlichen Hardware — Chrome hingegen gibt den echten Wert zurück.

Was geben diese APIs zurück?

console.log(screen.colorDepth);  // z. B. 24, 30, 32
console.log(screen.pixelDepth);  // fast immer identisch mit colorDepth

// Typische Werte:
// 24 Bit → Standard (16,7 Millionen Farben) — häufigster Wert
// 30 Bit → HDR-Displays (1,07 Milliarden Farben)
// 32 Bit → Windows-interne Darstellung (24 Bit Farbe + 8 Bit Alpha-Kanal)

Der Browser-Unterschied

Hier liegt ein wichtiges Datenschutz-Detail:

BrowsercolorDepth-Verhalten
Chrome / EdgeGibt den echten Hardware-Wert zurück (24 / 30 / 32)
FirefoxGibt immer 24 zurück, unabhängig von der Hardware
SafariGibt immer 24 zurück
BraveGibt immer 24 zurück (Farbling)
Tor BrowserGibt immer 24 zurück

Chrome-Nutzer mit HDR-Display (30 Bit) oder bestimmten Windows-Konfigurationen (32 Bit) heben sich von der 24-Bit-Mehrheit ab — ein messbarer Fingerprinting-Effekt.

Entropie und Fingerprinting-Wert

MerkmalWert
Entropie~0,87 Bit
Häufigster Wert24 Bit (>90 % der Nutzer)
Seltenste Werte30 Bit (HDR), 32 Bit (Windows)
Überlebt Cookie-LöschungJa
Funktioniert im Inkognito-ModusJa

Warum ist 30 Bit besonders auffällig?

HDR-Displays mit 30-Bit-Farbtiefe sind noch selten — professionelle Monitore, High-End-MacBooks mit ProMotion, und einige OLED-Panels. Nutzer mit 30-Bit-Display und Chrome gehören einer sehr kleinen Gruppe an. In Kombination mit anderen Signalen (GPU-Renderer, Bildschirmauflösung) ist die Kombination oft einzigartig.

DSGVO und Farbtiefe-Fingerprinting

screen.colorDepth allein identifiziert kaum eine Person — die Entropie ist zu gering. Als Teil eines kombinierten Fingerabdrucks (Canvas + WebGL + Bildschirm + Farbtiefe) trägt es jedoch zur eindeutigen Identifikation bei. Nach DSGVO-Erwägungsgrund 30 gilt auch die Kombination schwacher Online-Kennzeichen als personenbezogenes Datum, wenn sie zur Identifikation führt. Das BSI empfiehlt in seinen Hinweisen für Behörden-Arbeitsplätze den Einsatz von Browsern, die solche Fingerprinting-Signale standardisieren.

Schutz: Browser-Normalisierung

Firefox und Safari tun das Richtige: Sie geben stets 24 zurück, egal was die Hardware meldet. Dadurch verschmelzen ihre Nutzer in der großen 24-Bit-Masse. Chrome-Nutzer mit abweichender Hardware stehen dagegen allein.

  • Firefox: Normalisiert auf 24 Bit (aktiv).
  • Brave Browser: Normalisiert auf 24 Bit (Farbling-Mechanismus).
  • Tor Browser: Normalisiert auf 24 Bit.
  • Chrome: Gibt echten Wert zurück — kein Schutz.

Verwandte Signale

Farbtiefe-Fingerprinting wird immer zusammen mit Screen-Fingerprinting (Auflösung, devicePixelRatio) eingesetzt — beide lesen aus demselben screen-Objekt. Prüfen Sie Ihre Farbtiefe live mit unserem Fingerprint-Tool.

Prüfen Sie Ihre IP-Adresse, Ihren Standort und Ihre Datenschutzbewertung — sofort.

Keine Logs. Kein Tracking. Keine externen APIs.

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