IPv6 (Internet Protocol Version 6) ist der moderne Standard für Internet-Adressen, der das ältere IPv4-Format ablöst, das 2011 keine verfügbaren Adressen mehr hatte. Du kannst auf whatsmy.fyi sofort prüfen, ob du eine IPv6-Adresse hast.
Warum gibt es IPv6?
Das ursprüngliche Internet-Adressformat IPv4 ermöglicht etwa 4,3 Milliarden eindeutige Adressen (232). Das klingt nach viel, aber das globale Internet hat den verfügbaren IPv4-Pool im Februar 2011 erschöpft. Mit Milliarden von Smartphones, IoT-Geräten, Smart-TVs und vernetzten Fahrzeugen, die alle Internet-Adressen benötigen, konnte IPv4 einfach nicht skalieren.
IPv6, definiert in RFC 2460 und 1998 veröffentlicht (mit weit verbreiteter Einführung ab etwa 2012), nutzt 128-Bit-Adressen — was ungefähr 340 Undezillionen eindeutige Adressen (3,4 × 1038) ergibt. Das reicht, um jedem Atom auf der Erdoberfläche eine eigene IP-Adresse zu geben.
Wie sieht eine IPv6-Adresse aus?
Eine IPv6-Adresse besteht aus acht Gruppen von je vier Hexadezimalziffern, durch Doppelpunkte getrennt:
2001:0db8:85a3:0000:0000:8a2e:0370:7334IPv6 hat eine Kurzschreibweise, die lange Adressen vereinfacht:
- Führende Nullen innerhalb einer Gruppe können weggelassen werden:
0db8→db8 - Eine aufeinanderfolgende Folge von Null-Gruppen kann durch
::ersetzt werden:2001:db8:85a3:0:0:8a2e:370:7334→2001:db8:85a3::8a2e:370:7334
Die Loopback-Adresse (entspricht 127.0.0.1 in IPv4) ist in IPv6 einfach ::1.
IPv4 vs. IPv6: Die wichtigsten Unterschiede
| Merkmal | IPv4 | IPv6 |
|---|---|---|
| Adresslänge | 32 Bit | 128 Bit |
| Gesamte Adressen | ~4,3 Milliarden | ~340 Undezillionen |
| Beispieladresse | 93.184.216.34 | 2606:2800:220:1:248:1893:25c8:1946 |
| NAT erforderlich? | Ja (Adressmangel) | Nein (reichlich Adressen) |
| Eingebaute Sicherheit | Optional (IPsec) | IPsec ursprünglich Pflicht |
| Header-Komplexität | Variable Länge | Feste Länge (einfacheres Routing) |
Hast du eine IPv6-Adresse?
Noch nicht jeder hat eine IPv6-Adresse. Die IPv6-Einführung verlief schrittweise und variiert je nach Land und ISP. Stand 2025 nutzen etwa 45–50 % des weltweiten Internetverkehrs IPv6. In manchen Ländern (Indien, Deutschland, USA) überschreitet die Verbreitung 60 %. In anderen liegt sie noch unter 10 %.
Wenn dein ISP IPv6 unterstützt und dein Router korrekt konfiguriert ist, hat dein Gerät gleichzeitig eine IPv4- und eine IPv6-Adresse — das nennt sich Dual-Stack-Konfiguration. Prüfe auf whatsmy.fyi, ob du eine aktive IPv6-Adresse hast.
Verbessert IPv6 deine Privatsphäre?
In manchen Hinsichten kann IPv6 die Privatsphäre verringern. IPv4-Netzwerke nutzen oft NAT (Network Address Translation), das viele Geräte hinter einer einzigen öffentlichen IP versteckt, was die Verfolgung einzelner Geräte erschwert. Mit IPv6 kann jedes Gerät eine global eindeutige Adresse haben — was die Verfolgung theoretisch erleichtert.
Als Gegenmaßnahme führte IPv6 Privacy Extensions (RFC 4941) ein, die temporäre, zufällige IPv6-Adressen für ausgehende Verbindungen generieren. Die meisten modernen Betriebssysteme (Windows, macOS, iOS, Android) nutzen Privacy Extensions standardmäßig.
Häufig gestellte Fragen
Wird IPv4 abgeschaltet?
Es wurde kein offizielles Datum für die Abschaffung von IPv4 festgelegt. Der Übergang zu IPv6 ist schrittweise. IPv4-Adressen funktionieren weiterhin neben IPv6 im modernen Internet. Viele ISPs unterstützen beide gleichzeitig.
Ist IPv6 schneller als IPv4?
IPv6 selbst ist nicht grundsätzlich schneller, kann aber in manchen Szenarien die Latenz reduzieren, da IPv6-Verbindungen keine NAT-Übersetzung benötigen, die einen kleinen Verarbeitungsaufwand hinzufügt. Der Unterschied ist für Endnutzer typischerweise vernachlässigbar.
Was bedeutet ::1 in IPv6?
::1 ist die IPv6-Loopback-Adresse, equivalent zu 127.0.0.1 in IPv4. Sie bezieht sich auf dein eigenes Gerät — Datenverkehr an ::1 verlässt nie deinen Computer. Wenn whatsmy.fyi ::1 als deine IPv6-Adresse anzeigt, greifst du lokal darauf zu (wahrscheinlich im Entwicklungsmodus).
Wie aktiviere ich IPv6?
IPv6 muss von deinem ISP unterstützt und an deinem Router aktiviert sein. Die meisten modernen ISPs unterstützen IPv6 — prüfe die Einstellungen deines Routers auf eine IPv6-Option. Wenn dein ISP es unterstützt und dein Router aktiviert ist, erhalten deine Geräte automatisch IPv6-Adressen über DHCPv6 oder SLAAC.



