Gerätespeicher-Fingerprinting: navigator.deviceMemory erklärt
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Gerätespeicher-Fingerprinting: navigator.deviceMemory erklärt

navigator.deviceMemory gibt Ihren RAM-Bereich an jede Website preis. Firefox und Safari lehnen die API ab — Chrome verrät Ihren RAM-Tier. DSGVO-Analyse und Schutzmaßnahmen.

7 Min. Lesezeit·

navigator.deviceMemory verrät jeder Website Ihren RAM-Bereich — in Gigabyte, als diskretisierter Wert. Nur Chromium-basierte Browser implementieren diese API; Firefox und Safari lehnen sie ab. Das macht Chrome-Nutzer in dieser Hinsicht identifizierbarer als Firefox-Nutzer — ein Datenschutz-Paradoxon. Nach der DSGVO ist dieser Wert ein Bestandteil des Browser-Fingerabdrucks und damit potenziell ein personenbezogenes Datum.

Was gibt die API zurück?

Aus Datenschutzgründen diskretisiert die Spezifikation den tatsächlichen RAM auf wenige feste Werte:

console.log(navigator.deviceMemory);
// Mögliche Werte: 0.25, 0.5, 1, 2, 4, 8
// (in Gigabyte — gerundet nach unten auf die nächste Stufe)

// Beispiele:
// 4 GB RAM  → gibt 4 zurück
// 6 GB RAM  → gibt 4 zurück
// 8 GB RAM  → gibt 8 zurück
// 16 GB RAM → gibt 8 zurück (Maximum)

Der Maximalwert ist 8 GB — unabhängig davon, ob ein Gerät 16, 32 oder 64 GB RAM hat. Dies begrenzt die Entropie absichtlich, verhindert aber kein Fingerprinting vollständig.

HTTP Client Hint: Sec-CH-Device-Memory

Chrome sendet die RAM-Information auch als HTTP-Request-Header, wenn der Server sie anfordert:

// Server-seitig (Response-Header):
Accept-CH: Sec-CH-Device-Memory

// Browser sendet dann automatisch (Request-Header):
Sec-CH-Device-Memory: 8

Dies ermöglicht serverseitiges Fingerprinting, ohne JavaScript — der Wert ist in jedem HTTP-Request sichtbar, sofern der Server ihn anfordert.

Wie effektiv ist dieses Signal?

MerkmalWert
Entropie~2–3 Bit
Mögliche Werte0,25 / 0,5 / 1 / 2 / 4 / 8 GB
Nur ChromiumJa (Firefox/Safari: nicht unterstützt)
Überlebt Cookie-LöschungJa
Via HTTP-Header abrufbarJa (Sec-CH-Device-Memory)

Sicherheitslücke: IndexedDB-Seitenkanal

Eine unter CVE-2026-6770 erfasste Sicherheitslücke zeigte, dass über Timing-Angriffe auf IndexedDB der genaue RAM-Wert eines Geräts ermittelt werden konnte — präziser alsnavigator.deviceMemory ihn preisgibt. Diese Lücke wurde in Firefox 150 und Tor Browser 15.0.10 geschlossen. Chrome-basierte Browser waren ebenfalls betroffen.

DSGVO-Aspekte

navigator.deviceMemory allein identifiziert keine Person. In Kombination mit CPU-Kernen (navigator.hardwareConcurrency), GPU-Renderer-String und Betriebssystem-Version entsteht ein Hardware-Profil, das nach DSGVO-Erwägungsgrund 30 als Online-Kennung gilt. Websites, die diesen Wert zu Tracking-Zwecken verwenden, benötigen eine DSGVO-konforme Rechtsgrundlage.

Schutzmaßnahmen

  • Firefox: Gibt undefined zurück — die API ist nicht implementiert. Stärkster passiver Schutz.
  • Safari: Ebenfalls nicht implementiert.
  • Brave Browser: Gibt einen zufälligen diskreten Wert zurück (Farbling), der pro Sitzung und Ursprung variiert.
  • Chrome mit Strict Site Isolation: Reduziert nicht die API-Entropie, verbessert aber die allgemeine Isolierung zwischen Ursprüngen.

Verwandte Signale

Gerätespeicher-Fingerprinting wird typischerweise zusammen mit CPU-Fingerprinting eingesetzt — beide liefern Hardware-Tier-Informationen. Testen Sie Ihre aktuelle RAM-Exposition mit unserem Fingerprint-Tool.

Prüfen Sie Ihre IP-Adresse, Ihren Standort und Ihre Datenschutzbewertung — sofort.

Keine Logs. Kein Tracking. Keine externen APIs.

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